Ski-Exkursion Engelberg 2010

„Ski heil!“ hieß es für Stipendiaten, Alumni und Dozenten der Studienstiftung des deutschen Volkes aus Freiburg, Karlsruhe und Heidelberg nach den Feiertagen vom 6. bis 10. Januar 2010.

Rund 60 Schneebegeisterte zog es nach Engelberg in der Schweiz, um dort neben wintersportlichem Programm spannende Vorträge zu aktuellen wissenschaftlichen Themen zu genießen.

Möglich wurde dies nicht zuletzt durch das Organisations-Team um Tobias Erath und Kirstin Hübner aus Karlsruhe sowie Johannes Waldschütz aus Freiburg und die zahlreichen Vortragenden. An dieser Stelle sei schon mal ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten ausgesprochen!

Anreise, Organisation und erster Abend

Mittags um halb eins – entspannt für die Freiburger- wohl etwas zeitiger für die Karlsruher Studienstiftler – startete der Reisebus vom Freiburger Konzerthaus aus ins schweizerische Engelberg.

Schon im Bus zeichnete sich ab, dass unser Skihüttenaufenthalt bestens durchgeplant war.

Kirstin vom Orgateam verteilte schon mal die Zimmer und Küchenaufgaben, während Johannes das Geld für die Skipässe einsammelte. Der wie von selbst mit Proviant bestückte blaue VW-Bus geleitete uns ins verschneite Obwalden.

HütteDort liegt das Haus Alphorn herrlich zwischen den Bergen und es galt Skiausrüstung, Nahrungsmittel und die heitere Meute geordnet im gemütlichen Ambiente unterzubringen. Hausschuhe wechselten mehrfach den Menschen, diese mehrfach die Zimmer, gefolgt von den trödelnden Reisetaschen.

Während das erste Kochteam seinen Dienst vollbrachte, schwärmten die Übriggebliebenen zur Erkundung des Engelberger Ortszentrums und der Möglichkeit zu lebhaften Schneeballschlachten aus.

Nach dem Essen leitete Prof. Dr. Thomas Braunbeck aus Heidelberg die abendliche Vortragsserie mit einem ökologischen Thema ein: ,,Fischpopulationen unter Stress – das Beispiel des Neckars – oder: Was ist uns unsere Umwelt eigentlich wert?“.

Prof. Dr. Andreas Buchleitner aus Freiburg bot danach der buntgemischten, interdisziplinären Zuhörerschaft eine Einführung in die Quantenmechanik.

Der Abend klang mit Gesprächen und munterem Spiel aus. Schon jetzt sollten die Spiele Tabu, Doppelkopf, Wizard und Anno Domini zum abendlichen Hütten-Schlager avancieren.

Erste Gruppen fanden sich hierbei für den morgigen Ski-Tag zusammen.

Tag 1

Auf geht’s in den Schnee! Mit dem Skibus verließen die meisten Wintersportler um 9 Uhr das Ferienhaus. Einzelne Trupps wie die Langläufer um Judith Delius oder die von Johannes, Tobias und Daniel Reck betreuten (fortgeschrittenen) Skianfänger setzen sich vom Feld ab. Beim ansässigen Skiverleih gab es für uns als Gruppe die Möglichkeit, zu einem günstigen Preis, Ski-und Snowboardausstattung zu leihen. Die Sonne schien und es wurde ein prima Tag auf der Piste.

Gleich drei Vorträge erwarteten uns an diesem Abend. Helge Ruddat aus Freiburg erläuterte das Konzept der Bad Bank und dessen Umsetzung. Danach warb Dr. Hartmut Kaschel-Oppelt aus Karlsruhe für eine Finanztransaktionssteuer. Zuletzt sprach Dr. Stefan Pastor über Malaria und zeigte uns Bilder seines Wirkens in Tansania.

Tag 2

Nebel, dass man die Hand nicht vor den Augen sehen konnte. Immer dichter zog es zu. Die Talabfahrt um vier Uhr wagten viele nur im Gänsemarsch. Man konnte nicht von einem Pistenpfeiler zum nächsten sehen.

Nach dem sättigenden Abendschmaus stellte uns Jan Richter Ansätze der nachhaltigen individuellen Mobilität vor. Danach ging es mit Andreas Leonhard Menges aus Freiburg um den Akt und die Konsequenzen des Tadelns.

Nach zwei anstrengenden Pistentagen fielen allen die Augenlider vor Müdigkeit zu.

Könnte man meinen! Aber nein: Die Gruppe diskutierte fleißig mit und heiter ging es auch nach den Vorträgen her. An den großen Tischen wurde gespielt, manche zogen sich zur Lektüre in die ruhigen Ecken zurück oder man fand sich zu kleinen vertiefenden Gesprächsrunden zusammen. Bis auf kommunikative Probleme wie die Verwechslung von Deich und Teich oder etwa Frack und Wrack harmonierte die Gruppe insgesamt wunderbar. Abläufe wie der Küchendienst oder die abendliche Skigymnastik begannen sich einzuspielen. Sollte dies schon die Hälfte der Exkursion gewesen sein?

Tag 3

GletscherAm dritten Skitag hatte sich der Nebel, vor allem oben auf dem Gletscher, etwas gelichtet. Es war bitter kalt und wir freuten uns über eine gemeinsame Mittagspause im Picknickbereich oben auf dem ,,Stand“.

Abends bereitete uns Käsefondue in den Geschmacksrichtungen mild bis sehr würzig á la Engelberg einen gustatorischen sowie geselligen Gipfel.

Passend zu den schwindelnden Höhen im Skigebiet Engelberg von rund 3000 Metern unterhielten uns Stefan Rheinheimer aus Heidelberg und Johannes Waldschütz an diesem letzten Abend mit Vorträgen über den Alpenraum. Erst drehte es sich um ,,Alpenüberquerungen – von Hannibal, Taubenschwänzchen & Konsorten -, danach um die vermeintliche Erbfeindschaft zwischen Österreich und der Schweiz.

Die abendlichen Präsentationen boten viel Abwechslung, Anschaulichkeit und so manchen Aha-Effekt. In vielen Themenbereichen zeigte sich, dass Lösungswege nicht über eine nüchterne Richtig-Falsch-Analyse, sondern vielmehr über das eigene Gewissen zu finden sind – Tadel, Neckar-Qualität, individuelle Mobilität. Ein großes Dankeschön geht an alle Vortragenden, durch deren Vorbereitung und Bereitschaft, nach einem anstrengenden Skitag zu referieren, diese anregenden Diskussionen entstehen konnten.

Tag 4

Nach dem fixen Frühstück, Zusammenpacken und Putzen ging es auch am letzten Tag noch einmal auf die Piste. Wie weggeblasen war das schlechte Wetter und die winterliche Sonne spendete ihre warmen Strahlen. Zum Gruppenbild stellten sich alle auf dem Gipfel auf, dem Titlis, der zuvor vorübergehend wegen des Wetters geschlossen war. Die müden Beine waren vergessen und bis 15 Uhr war es wiederum ein herrlicher Skitag. Dann hieß es Abschied nehmen, erst vom Skigebiet, dann zurück in Deutschland von den gerade erst kennen gelernten netten Exkursionsteilnehmern – aber mit dem festen Versprechen eines Wiedersehens.

Gruppenfoto

Herzlichen Dank an das Organisationsteam für ihre Sorgfalt und Engagement. Die Skiexkursion war spitze!

Sophia Linder