Exkursion AKW Phillipsburg 2012

AKW GruppenbildFluch oder Segen? Nur wenig wurde im vergangenen Jahr so heftig diskutiert, wie die zukünftige Rolle von Kernkraftwerken in Deutschlands Infrastruktur. Seit Jahrzehnten sind jene Lieferant von günstigem und CO2-neutralem Strom. Doch wegen der, wie Fukushima wieder gezeigt hat, wohl nicht ganz verschwindenden Risiken ist mittlerweile klar geworden: AKWs sind ein Auslaufmodell. So auch das Kernkraftwerk Philippsburg der EnBW.

Dorthin führte am 21. November 2012 eine Exkursion der Stipendiatengruppe um Prof. Dr. Oberweis. Kern dieser Exkursion war nach einer kleinen Einführung in die Hintergründe der Anlage und die verwendete Technologie die Führung durch die technischen Anlagen des neueren der beiden Blöcke des Kraftwerks, welcher sich noch im Betrieb befindet.

In zwei kleinere Gruppen unterteilt war es uns nicht nur erlaubt, den Kühlturm und das Maschinenhaus zu begutachten, sondern auch ins Innerste der Anlage, das Reaktorgebäude, vorzudringen. Durch zahlreiche Sicherheitsschleusen am Kontrollraum vorbei und durch eine Druckschleuse wurden wir in die Kuppel geführt, wo unter anderem permanent die nukleare Reaktion stattfindet. Jene war natürlich gut verborgen und abgeschirmt, sodass als Blickfang eher das blau schimmernde Abklingbecken und die gewaltige Krananlage dienten. Beim Verlassen wurden wir mehrmals auf Radioaktivität überprüft und was für ein Glück: Es wurde nichts gefunden. Sagte man zumindest.

Die Führung durch das Maschinenhaus war betont von Lärm und Vibration, was einem klar machte, welch gewaltige Kräfte hier am Werk waren. Riesige Dampf- und Turbinensysteme in einem übergroßen Maschinenstrang wandeln Wärme in Rotationsenergie und jene schließlich in Elektrizität um.

An Größe jedoch ist der Kühlturm nicht zu schlagen. Kurz wurden wir in einen hineingeführt. Da dieser gerade nicht in Betrieb war und daher nicht gefüllt mit dichtem Nebel, konnte man diesen Bau, welcher im Prinzip ein riesiges, selbsttragendes Rohr ist, von innen betrachten, bzw. die Echos testen.

Dort vor Ort, hatte man nicht den Eindruck, dass das Kraftwerk als eine Gefahr angesehen wurde. So war man eher schlecht auf den vorgezogenen Atomausstieg zu sprechen. Man sah vielmehr die wirtschaftlichen Nachteile durch die Vereitelung der langfristig angelegten Betriebs- und Rohstoffplanung, wohl auch verknüpft mit der Sorge um den eigenen Arbeitsplatz.

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Sebastian Wozniewski