Exkursion CERN 2014

Drei Jahre nach der ersten CERN-Exkursion zog es die Karlsruher Stiftis, zusammen mit dem federführenden Vertrauensdozenten Herrn Prof. Dr. Quast, erneut ins schweizerische Meyrin, zum größten Teilchenbeschleuniger der Welt.

Vom 16. – 19. Januar 2014 erlebten die Karlsruher Stiftis vier spannende Tage am CERN, in denen sie in spannenden Fachvorträgen, bei Diskussionen mit Mitarbeitern des CERNS und natürlich bei der Besichtigung der Teilchendetektoren viel neues und faszinierendes erfahren konnten. Abgerundet wurde das wissenschaftliche Programm durch einen Freizeittag, an dem wahlweise Skifahren, Schneeschuhwandern oder der Besuch eines Thermalbads möglich war. Zudem sorgte ein Rundgang durch die Altstadt von Genf mit Herrn Quast, sowie der Besuch des Internationalen Rotkreuz-Museums für weitere interessante Eindrücke.

Gruppenfoto Rotkreuzmuseum

Tag 1

Nachdem die Autofahrer bereits um 6 Uhr morgens die angemieteten Autos abholen mussten, durfte der Rest gnädigerweise etwas später aufstehen und somit erst um 7 Uhr zur Abfahrt erscheinen. Nach einer fünfstündigen Fahrt, die bereits ausgiebig zum Kennenlernen der einzelnen Automannschaften genutzt wurde, wurde direkt die CERN-Kantine aufgesucht, um dort die leckere Schweizer Cuisine zu genießen. Anschließend  bot sich die Möglichkeit, im CERN-Museum einen ersten Eindruck über die gigantischen Anlagezu verschaffen, die unter unseren Füßen schlummerte. Herr Quast erklärte uns auf dem Weg zu einem Tagungsraum noch einige Exponate, die früher in Teilchenbeschleunigern und anderen Experimenten am CERN eingesetzt wurde und heute, über das Gelände verteilt, ausgestellt sind. Im Tagungsraum angekommen, erhielten wir von einem höheren Mitarbeiter des CERN einen ausführlichen Vortrag mit anschließender Diskussion über die Geschichte und Struktur des CERN, über aktuelle Forschungsschwerpunkte und einen Ausblick in die Zukunft des Forschungszentrums. Im Anschluss wurde gemeinsam zu Abend gegessen, wobei pro Tisch je ein Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Herrn Quast anwesend war, die von ihrer Arbeit am CERN berichteten und auch für Detailfragen zur Verfügung standen.

Tag 2

CMD DetectorDer zweite Tag begann mit einem Besuch des CMS-Detektors, einem der vier großen Experimente am Large Hadron Collider. Der Detektor kann nur besucht werden, wenn der Beschleunigerring für Wartungsarbeiten stillgelegt wurde, da sonst aufgrund der im Betrieb auftretenden Synchrotonstrahlung die Besichtigung lebensgefährlich wäre. Nach einer kurzen Einweisung und dem Verteilen der obligatorischen Schutzhelme ging es mit dem Aufzug sofort ca.  100 Meter unter die Erde, in die Kaverne des Detektors. Dort waren neben dem faszinierenden Blick auf den Teilchendetektor auch diverse Rechnerräume, Kontrollschleusen und weitere Anlagen zu bestaunen. Nachdem alle Fragen über die Technik und Logist des Teilchendetektors geklärt waren, ging es wieder zurück gen Oberfläche. Dort angekommen wurde der Kontrollraum des CMS-Experiments besichtigt und anschließend die Halle besucht, in der der gigantische Detektor zusammengesetzt wurde, bevor er in die Kaverne herabgelassen wurde.

Als nächster Programmpunkt stand der Besuch der Magnettesthalle an. In dieser Halle werden die supraleitenden Magnete, die die Teilchenstrahlen in ihrer Ringbahn halten, getestet bevor sie in den Beschleunigerring eingebaut werden. Dazu werden sie auf 4 Kelvin, d.h. -269 °C heruntergekühlt und sind damit kälter als das Weltall. Anhand eines aufgeschnittenen Magneten, der als Ausstellungsobjekt diente, wurde uns das Innenleben und die interessante Technik dahinter erklärt, sowie über die Herausforderungen an Material und Konstruktion diskutiert.

Anschließend brach die Gruppe nach Genf auf, um dort die Stadt in kleinen Gruppen auf eigene Faust zu erkunden. Zur gemeinsamen Altstadtführung durch Herrn Quast traf man sich wieder. Nach einem Restraurantbesuch gab es ein Treffen mit Duisburger Stipendiaten, die ebenfalls zum CERN-Besuch in Genf weilten. Allerdings waren die Karlsruher Stiftis vom langen Tagesprogramm schon ziemlich müde und so brach der Großteil bald in Richtung Hotel und Bett auf.

Genf Nacht

Tag 3

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Sports. Als Ausgleich zur geistigen Tätigkeit der Vortage konnte man bei sonnigem Wetter wahlweise einen Tag lang Skifahren bzw. Snowboarden oder sich auf eine Schneeschuhwanderung mit anschließendem Thermalbadbesuch begeben. Zum gemeinsamen Mittagessen traf man sich in der Talstation, das Abendessen wurde individuell in den Hotelzimmern zubereitet. Bei einem Glas Wein lies man dann in großer Runde den Tag ausklingen.

Alpen

Tag 4

Rot-Kreuz Museum Vor der Heimreise ging es am letzten Tag der Exkursion nochmals nach Genf. Im dortigen internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Museum erfuhren die Stipendiaten bei einer interessanten Führung durch das neugestaltete Museum vieles über die Geschichte und die heutigen Aktivitäten der Rotkreuz-Organisation. Durch das interaktiv gestaltete Konzept des Museums war es möglich direkt mit den Schicksalen von Menschen aus Krisengebieten in Kontakt zu kommen und auch beispielsweise Katastrophenschutzvorbereitungen für eine simulierte Inselbevölkerung durchzuspielen. Nach dem Museumsbesuch hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen von Genf und dem CERN. Mit einer kleinen Rundfahrt um das westliche Ende des Genfers Sees endete die CERN-Exkursion und nach einer fünfstündigen Heimreise kamen alle Stiftis wieder wohlbehalten und voll mit neuen Eindrücken wieder in Karlsruhe an.

Johannes Ratajczak