Exkursion BASF 2011

Am Freitag, den 17.06.2011, trafen sich bei strahlendem Sonnenschein 20 bunt durchmischte Stiftis aus insgesamt zwölf verschiedenen Fachrichtungen vor dem alten Stadion des KIT, um gemeinsam den weltgrößten Chemiekonzern zu besuchen.

Gruppenfoto
Wo tragen Stiftis schicke blaue Overalls, adrette gelbe Helme und coole Schutzbrillen?
Ist doch klar! Bei der BASF!

Nachdem unser Bus erfolgreich die Schranken des Werkschutzes der BASF passiert hatte und jeder mit einem Besucherausweis ausgestattet war, begann unsere Führung durch das moderne Besucherzentrum der BASF. Dort konnten wir einen ersten Eindruck von der Firmengeschichte und den heutigen Aktivitäten der Badischen Anilin und Soda Fabrik, der BASF, erhalten. Anschließend wurden wir mit Schutzkleidung,  Helmen und Sicherheitsbrillen ausgerüstet, bevor es los zur Werksrundfahrt ging.

Besucherzentrum BASF
Beim Erschnüffeln synthetischer Duftstoffe im Besucherzentrum

Bei unserem ersten Stopp auf dem eigentlichen Werksgelände durften wir das Hauptforschungslabor besichtigen. Zwar standen aufgrund des nahenden Pfingstwochenendes schon viele Versuchsapparaturen still, doch konnten wir uns auch ohne surrende Vakuumpumpen und gluckerndes Kühlwasser ein gutes Bild von den Forschungsaktivitäten der BASF machen. Amüsant war die Anzeigentafel im Eingangsbereich jeder Forschungseinrichtung oder Produktionsstätte, die Aufschluss darüber gibt, wie lange dort schon unfallfrei gearbeitet wurde.

Weiter ging’s mit dem Bus zum Herzstück der BASF: dem „Streamcracker“. Der steht im gegenüberliegenden Teil des Werkes und da dieses nur etwas kleiner als ganz Manhattan ist, konnten wir bei einer spannenden Fahrt dorthin allerlei interessanter Fabriken, Tanklager und Silos  bestaunen.

Der Steamcracker produziert aus Rohbenzin, dem sogenannten Naphta, allerlei Ausgangsstoffe für weitere Synthesen. Da die gesamte Anlage allerdings mehrere Fußballfelder groß ist und wir es nicht riskieren wollten, uns darin zu verlaufen, bestaunten wir ein maßstabgetreues Modell der Anlage. Anhand diesem wurden uns die einzelnen Abschnitte erklärt, die wir dann draußen im Gewirr der Rohre zu erahnen zu versuchten. Innerhalb des Werksgeländes ist der gigantische Steamcracker jedoch immer leicht zu finden, da er eine hohe Fackel besitzt, an dessen Spitze überschüssiges Gas abgefackelt wird.  Besonders beeindruckend sind die Sicherheitseinrichtungen des Steamcrackers, die im Notfall in sekundenschnelle eine Wasserwand rund um die gesamte Anlage aufbauen. So wird das übrige Werksgelände im Notfall vor austretenden Gasen und Flüssigkeiten geschützt.

Anschließend trauten wir uns in die lärmende Kompressorhalle der Ammoniakanlage, in der die heißen Synthesegase mit riesigen Turbinen auf 300 bar Druck gebracht werden. Trotz Gehörschutz war es darin allerdings nur wenige Minuten aushaltbar – an eine Unterhaltung war erst gar nicht zu denken.  Kuschelig warm wurde es dann auf dem Reaktorturm einige Etage höher. Dort durften wir durch ein Schutzglas die über 800°C heißen, glühenden Reaktorrohre bestaunen und durch herabtropfendes Kühlwasser waten.

Anschließend besichtigten wir noch einige weitere Anlagen bevor wir uns etwas erschöpft, doch angefüllt mit neuem Wissen und spannenden Eindrücken, wieder auf den Heimweg nach Karlsruhe machten. Dort angekommen ließen einige in einer kleinen Gruppe den Tag noch bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Anna-Lena Riegel, Johannes Ratajczak